Beeindruckende Blumenwiese auf dem Dach

Oversum Vital Resort in Winterberg – Erholung für Körper und Seele

Im Kurpark der Stadt Winterberg (Hochsauerland) entstand auf einem 17.500 Quadratmeter großen Grundstück ein einzigartiger multifunktionaler Gesundheits-, Erlebnis- und Badepark.

Dieses Projekt wurde im Rahmen einer Public Private Partnership der Stadt  Winterberg  mit  dem Projektentwickler  und  Investor  SAB  verwirklicht und hatte ein Bauvolumen von etwa 35.000.000 Euro.

Die außergewöhnliche, hochwertige Anlage besteht aus einem Hallenbad mit verschiedenen Innen- und Außenbecken, einem Fitnessclub, einem Saunabereich mit Garten, einem Wellness- und Healthbereich mit Physiotherapeuten sowie einer Arztpraxis. Ergänzt wurde das vielfältige Angebot durch die Stadthalle, die Touristikinformation der Stadt Winterberg und durch ein 4-Sterne-Hotel mit rund 80 Hotelzimmern und Suiten, mit Tagungsbereich und Gastronomie. Die herausragende Architektur dieser Anlage wird durch eine freihängende, elegante Holzkonstruktion in Form eines Zapfens dominiert, in dem sich auf sieben Ebenen das Hotel befindet. Alle anderen, auf zwei Ebenen angelegten Gebäudeeinheiten sind durch ihre Dachbegrünungen und ihre Lage harmonisch in die Kurparklandschaft eingebettet.

Der Dachbegrünungsaufbau variiert je nach Anforderung (Lastannahmen, Entwässerungsfließlängen, Vegetationsaspekt), wurde jedoch immer in mehrschichtiger Bauweise (Optigrün-Systemlösungen „Spardach“, „Naturdach“ und „Gartendach“) ausgeführt und sieht wie folgt aus:

Optigrün-Systemlösung „Spardach“ und „Naturdach“:
Schutz- und Speichervlies Typ RMS 500
Festkörperdränage Typ FKD 25 („Spardach“) bzw. Typ FKD 40 („Naturdach“)
Filtervlies Typ 105
6-11 cm Extensivsubstrat Typ E-leicht

Optigrün-Systemlösung „Gartendach“:
Schutz- und Speichervlies Typ RMS 500
Festkörperdränage Typ FKD 60
Filtervlies Typ 105
15 cm Extensivsubstrat Typ i-leicht

Mit diesen variablen Aufbauten ist einerseits ein hoher Wasserspeicher und -rückhalt gegeben und andererseits die sichere und normkonforme Entwässerung mit ausreichend dimensionierter Dränage sichergestellt. Der Einbau durch den Optigrün-Partnerbetrieb erfolgte im Winter 2011/2012 mit witterungsbedingten Unterbrechungen mit vier Fachmonteuren in etwa 20 Arbeitstagen. Die Vegetationsetablierung erfolgte durch eine Ansaat von Sedumsprossen und einem speziellen Saatgut, sodass eine bunte Artenvielfalt von über 30 Arten erreicht wurde. Insgesamt wurde eine Gesamtdachfläche von etwa 4.000 Quadratmetern begrünt.

Die Dachbegrünung stellt Ausgleich der überbauten Natur, Blickfang, Schutz der Dachabdichtung, Entlastung der Kanalisation und Kleinklimaverbesserer gleichermaßen dar.

Fragen an den Dachbegrüner Bernd Pennekamp von Pennekamp & Bisping:

1. Was war besonders an diesem Projekt im Vergleich zu anderen großflächigen Industriebegrünungen?
Bernd Pennekamp:
Wir hatten viele verschiedene Aufbauten, wobei die Lastannahmen des Daches (Trapezblech, Stahlbeton) sehr häufig auch innerhalb der einzelnen Flächen änderten. Hierbei wechselten auch die Begrünungsformen von mehrschichtig extensiv als Leichtdach zu Intensivbegrünungen mit Gehölzbepflanzungen und Aufbauten bis 50 cm. Weiterhin als sehr schwierig ist die Steildachbegrünung zu nennen. Hier war es lange nicht klar, wie der Dachaufbau und der Begrünungsaufbau gelöst werden konnte. Erst über vom Dachdecker fachgerecht mit Verbund zur Stahlbetondecke eingebauten Schubschwellen im Versatz konnte dieses gelöst werden. Ebenso ist die Stadthalle mit der extrem langen Entwässerungslauflänge (ca. 50 m) zu nennen. Es lag eine Freispiegelentwässerung mit Gefälle vor. Das gesamte Dach wird in der Kehltraufe entwässert und war somit heikel, doch mit den im Vorfeld durchgerechneten genannten Gründachsystemen konnte das gelöst werden.

2. Wie erfolgt die fachgerechte Pflege dieser Blumenweise?
Bernd Pennekamp:
Im ersten und zweiten Jahr (2012/2013) haben wir die Dächer noch gepflegt - leider nun nicht mehr. Unser Pflegeansatz war im Bereich der Blumenwiese eine Mahd mit Entnahme des Schnittguts nach Blüte (damit war eine Wiederaussaat möglich) und ein weiterer Pflegegang im Herbst. Die extensiven Sedumflächen erhielten ebenso zwei Pflegegänge einschließlich einer Nachdüngung. Der Schrägdachbereich wurde bei vereinzelten Kahlstellen im Rahmen der Pflege nachgesät. Die Intensivflächen (Felsenbirne, Rosen usw.) wurden immer durch die Hausmeister betreut, wichtig dabei vor allem die Wässerung in der Anwachsphase.

Bautafel „Oversum Vital Resort, Winterberg“ (www.oversum-vitalresort.de)
Baujahr: 2012
Bauherr: SAB AG, Friedrichshafen
Generalunternehmer: Pellikaan, Ratingen, www.pellikaan.com
Planer: form A, Köln. www.form-a.de
Landschaftsplaner: Prechler Landschaftsarchitektur,
        Düsseldorf. www.prechler-la.de
Dachabdichtung: bituminös
Dachdecker: Aland, Arnsberg
Flächengröße Dachbegrünung: 4.000 m²
Gründachaufbau: Optigrün-Systemlösung „Naturdach“; Details unter: www.optigruen.de und „web230“
Ausführungsbetrieb Dachbegrünung: Optigrün-Partnerbetrieb Pennekamp & Bisping, Harsewinkel

Fotos zum Objekt Oversum Winterberg

Foto 1: Oversum Vital Resort in Winterberg - gelungene Kombination von Architektur und Begrünung

Foto 2: Das gesamte Objekt aus der Vogelperspektive: etwa 4.000 m² begrünte Dachfläche

Foto 3: Artenreiche Blumenwiese als mustergültiger Ausgleich für überbaute Natur

Foto 4: Hotelterrasse schön integriert in die Dachbegrünung

Bitte mit dem Quellenhinweis „Optigrün“. Danke!

Zusatzinformation.
Europäische Technische Zulassung (ETA) für kompletten Gründachaufbau

Die Gesamtpakete der beschriebenen Gründachaufbauten „Spardach“ und „Naturdach“ gibt es auch mit Europäisch Technischer Zulassung (ETA).

Die Europäische Technische Zulassung ist ein allgemein anerkannter Nachweis zur technischen Brauchbarkeit eines Bauproduktes im Sinne der Bauproduktenrichtlinie in allen (Vertrags)Staaten der Europäischen Union. Sie kann für Bauprodukte erteilt werden, für die keine harmonisierten Normen nach der Bauproduktenrichtlinie vorhanden sind. Grundlagen für die Beurteilung der Brauchbarkeit sind Zulassungsleitlinien, die von der EOTA für die entsprechenden Produktbereiche erstellt wurden. Eine Zulassung umfasst dabei alle wichtigen Produktmerkmale, welche für die Erfüllung der baurechtlichen Anforderungen in den Mitgliedstaaten bedeutsam sind. Der große Vorteil eines zugelassenen „kit for green roof“ ist die vereinfachte Ausschreibung und Qualitätssicherung für ein komplettes zusammenpassendes Gründachsystem mit allen zugehörigen Nachweisen – vom Schutzvlies bis zum Substrat. Die ETA für „kits for green roofs“ beruhen auf einer angenommenen Nutzungsdauer des Begrünungssystem von 25 Jahren und umfassen auch den Abflussbeiwert C sowie die Widerstandsfähigkeit gegen Feuerbeanspruchung von außen gemäß EN 13501-5. Vorteilhaft ist, dass alle Daten und Eigenschaften, die durch die ETA bestätigt werden, nicht mehr in den einzelnen Ländern, Bundesländern, usw. gemäß Länderrecht nachgewiesen werden müssen, sondern durch die ETA auf europäischer Ebene als bestätigt gelten.

Komplettiert wird die Europäische Technische Zulassung für die Optigrün-Dachbegrünungssysteme durch die Forderung von Verlegeanleitungen zu allen Bestandteilen des Bausatzes und nach geschulten Verarbeitern. Damit schließt sich der Kreis für Optigrün, die mit dem Optigrün-Partnerverbund seit Jahrzehnten einen europaweiten Pool an regelmäßig geschulten und zertifzierten Partnerbetrieben aufweisen können.

Abbildungen zu ETA für kompletten Gründachaufbau

Abb. 1: ETA-13/0534 für die Optigrün-Systemlösung „Naturdach“

Abb. 2: ETA-13/0557 für die Optigrün-Systemlösung „Spardach“

Bitte mit dem Quellenhinweis „Optigrün“. Danke!

Autor
Dr. Gunter Mann
Optigrün international AG
Am Birkenstock 15-19
72505 Krauchenwies-Göggingen
Tel. +49 7576 7720
Fax +49 7576 772 299
E-Mail: info[at]optigruen[dot]de
www.optigruen.de

Fotos und Abbildungen

 

Bitte mit dem Quellenhinweis "Optigrün". Danke!